Georg Kossack (1923–2004)

Das Werden der prähistorischen Archäologie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Prof. Dr. Georg Kossack ist zweifellos einer der bedeutendsten Archäologen des vergangenen  Jahrhunderts. Er prägte die Prähistorie seit dem zweiten Weltkrieg entscheidend, leitete große Forschungs- und Ausgrabungsprojekte und formte die Grundlagen des Faches in vielen Bereichen. Bahnbrechend sind insbesondere die neu ausgebildete Methodik zur Siedlungsarchäologie und die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte des Faches und dessen Einbindung in die jeweilige Zeit(geschichte). Kossack arbeitete in allen großen deutschen Forschungsgremien mit, unter anderem der Deutschen Forschungsgemeinschaft /DFG und dem Deutsches Archäologischen Institut/ DAI, insbesondere dessen Römisch-Germanischer Kommission/ RGK.

Er hinterließ eine beeindruckende Bibliothek mit rund 20.000 Titeln und ein großes Wissenschaftsarchiv mit mehreren Tausend Zeichnungen teilweise verschollener archäologischer Objekte sowie Notizen, Exzerpten und Korrespondenzen mit Kollegen im In- und Ausland, insbesondere aus Ost- und Südosteuropa.

Der Nachlass enthält auch weitere Teilnachlässe, so Unterlagen Gero von Merharts, dem Begründers der universitären deutschen Prähistorie.
Sein umfassender Nachlass wird mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) seit 2008 erschlossen.
Das LDA kooperiert dabei eng mit dem Deutschen Archäologischen Institut/ Berlin, dessen Römisch-Germanischer Kommission/ Frankfurt sowie der Universität/ Köln. Angeschlossen sind ferner die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Martin-Luther-Universität Halle/ Wittenberg.