Zum e-Journal

Die 1801 nach dem Vorbild französischer Provinzakademien mit Unterstützung des Präfekten des Saardepartements gegründete gelehrte Gesellschaft für Nützliche Forschungen zu Trier verfolgte von Anfang an vielfältige Ziele, die vor allem einer Verbesserung der allgemeinen Lebensverhältnisse dienen sollten. Dazu zählten in erster Linie die Förderung von Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe. Bald traten auch historische Forschungen dazu, darunter insbesondere die Altertumskunde.

Trotz verschiedenster Anläufe gelang es erst dem tatkräftigen Sekretär Gerhard Schneemann ab 1852, eine eigene Zeitschrift der Gesellschaft herauszugeben. Sie enthält die Berichte über die Arbeiten der Gesellschaft und die historischen, altertumskundlichen und numismatischen Abhandlungen ihrer Mitglieder; gelegentlich auch naturwissenschaftliche Themen.

Schneemann konnte bis 1861/62 neun Jahrgänge herausgeben, die beiden letzten als Doppelbände. Sein Nachfolger als Sekretär, Matthias Joseph Ladner, redigierte fünf weitere Bände als Mehrjahresfolgen von 1863/64 bis 1874/77. In den von Ladner herausgegebenen Bänden ist eine deutliche Schwerpunktverlagerung der Gesellschaftsaktivitäten erkennbar, bei denen entsprechend seinen eigenen wissenschaftlichen Vorlieben die Numismatik ein erkennbares Eigengewicht gegenüber der antiquarischen Altertumskunde gewann.

Mit der Gründung des Trierer Provinzialmuseums 1877 und der damit einhergehenden Übernahme der Altertumsforschung durch die preußische Rheinprovinz wurden die Geschicke der Gesellschaft immer stärker auf das Museum hin orientiert. Die Museumsdirektoren führten regelmäßig als Sekretäre oder Schriftführer die Geschäfte der Gesellschaft und redigierten die Publikationen. Dies gilt für Felix Hettner, der die beiden Jahrgänge 1878/81 und 1894/99 mit Rechenschaftsberichten und Aufsätzen herausgab, sowie für Hans Lehner, der den Zwölfjahresband 1882/93 mit einer eigenen quasi-monographischen Abhandlung veröffentlichte. Der zuletzt erschienene Sechsjahresband 1900/05 wurde von dem Geheimen Baurat Roland Brauweiler besorgt. Unter Hettners Einfluss blieben die „Jahresberichte“ eine nur noch in Mehrjahreskumulationen herausgegebene Publikation der Gesellschaft.

Der Jahresbericht der Gesellschaft für Nützliche Forschungen zu Trier erschien für die Berichtszeit von 1852 bis 1900/05 (1906) in 19 Bänden (einschließlich einer monographischen Beilage 1863/64), die auf 1.860 Seiten 352 Beiträge enthalten.

Unter dem Titel Trierer Jahresberichte wurde die Zeitschrift als Neue Folge des Jahresberichts der Gesellschaft ab 1908 gemeinsam mit dem Provinzialmuseum Trier (dem heutigen Rheinischen Landesmuseum) herausgegeben.