Veranstaltung

Pathos & Polis. Einsatz und Wirkung affektiver Elemente in der griechischen Welt


11. 10. 2017


- 14. 10. 2017


TOPOI-HAUS DAHLEM


Deutschland, Berlin


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E-Mail-Kontakt: page@pg.tu-darmstadt.de

Tagungssprache: Deutsch; Englisch

Berichtszeitraum: Frühgeschichte / Antike

 

„So hat man nicht nur darauf zu achten, dass die Rede beweisend und überzeugend sei, sondern man muss auch dafür sorgen, sich selbst und den Beurteiler in eine gewisse Verfassung zu bringen. Denn es macht für die Überzeugungskraft viel aus, [...] dass die Hörer selbst gerade in einer gewissen Stimmung sind.“ (Arist. Rhet. 2,1,2f.)

In der Rhetorik nennt Aristoteles pathos (neben ethos und logos) als entscheidendes Kriterium der guten Rede. Das Spiel mit Affekten und Stimmungen ist jedoch mitnichten allein auf den Bereich der Rhetorik beschränkt, sondern lässt sich in den unterschiedlichsten Formen und Kontexten von Kommunikation und Interaktion in der griechischen Antike nachweisen: Von der politischen Brandrede bis hin zum gefühlvollen Grabepigramm, vom expressiven Faltenwurf bis zur emotionsgeladenen Geste, von der feierlichen Gleichgestimmtheit beim Ritual bis zum leidenschaftlichen Exzess. Oft dienen Emotionen dabei als Kohäsionselement innerhalb einer Gruppe (z.B. der polis) oder werden dazu eingesetzt, um diese von anderen abzugrenzen. Sie sind damit essentielle Mittel zur Konstruktion kollektiver Identität.

Im Fokus der Konferenz steht die Frage danach, in welcher Art und Weise Pathosformeln und andere affektstimulierende Elemente in verschiedenen Medien und Praktiken der griechischen Polisgesellschaft eingesetzt wurden, um die jeweilige Zielgruppe überzeugen und für sich einnehmen zu können. Unser interdisziplinäres Interesse gilt den vielfältigen ästhetischen, rhetorischen und performativen Mitteln, mit denen in verschiedenen Foren und Medien operiert wurde, um bestimmte Emotionen oder Stimmungen zu erzeugen und so die gewünschten Effekte des jeweiligen Kommunikationsaktes zu steigern.

Erwünscht sind Vorträge von 30 Minuten Dauer aus allen altertumswissenschaftlichen Disziplinen, der Philosophie sowie den Sprach- und Bildwissenschaften, die sich mit dem Einsatz von Emotionen und affektiven Elementen in der antiken griechischen Welt beschäftigen. Beiträge können sich aus folgenden Themenfeldern speisen, sind jedoch keinesfalls auf diese beschränkt:

- Konzepte und Diskurse zum Einsatz von pathos
- affektsteigernde Strategien in schriftlichen Zeugnissen
- affektsteigernde Strategien in visuellen Medien
- die Ikonographie emotionaler Kommunikation
- die Instrumentalisierung von Emotionen im politischen Raum
- (kollektive) Emotionen als identitätsstiftende Faktoren
- soziopolitische Folgen emotionalen Verhaltens

Abstracts (deutsch oder englisch) im Umfang von bis zu 300 Wörtern sowie ein kurzer akademischer Werdegang (max. eine Seite) können bis zum 08. Januar 2017 an die Organisatoren der Konferenz geschickt werden (vibeke.goldbeck@fu-berlin.de / page@pg.tu-darmstadt.de / viktoria.raeuchle@univie.ac.at). Vorbehaltlich zur Verfügung stehender Mittel ist ein Reisekostenzuschuss geplant.