Ernst Wahle (1889-1981)

Portrait: Ernst Wahle

Vor- und Frühgeschichte in Kaiserreich, Diktatur und Republik

Ernst Wahle, Professor für Ur- und Frühgeschichte in Heidelberg, ist eine der prägenden Gestalten der prähistorischen Archäologie Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In seiner langjährigen Doppelfunktion als Universitätslehrer und Bodendenkmalpfleger kam ihm auf beiden Gebieten für Baden eine Pionierrolle zu.

Im Bestand der Universitätsbibliothek Heidelberg wird seit 1984 sein umfangreicher wissenschaftlicher Nachlass verwahrt (Signatur: Heid. Hs. 3989). Es handelt sich um ein reichhaltiges Wissenschaftsarchiv (ca. 13 lfm Aktenmaterial) mit Lebensdokumenten, Notizen, Exzerpten, Korrespondenzen, Manuskripten, Sonderdrucken etc. sowie ca. 18.000 Glasplattennegative und -positive, darunter Aufnahmen heute verschollener archäologischer Objekte von baden-württembergischen Fundorten.

Der Nachlaß wurde im Rahmen eines zweijährigen Projektes komplett in der Nachlassdatenbank "Kalliope" erschlossen und das Bild- und Aktenmaterial in Auswahl digitalisiert und online bereitgestellt. 

Der Nachlass von Ernst Wahle in der Universitätsbibliothek Heidelberg ist nicht nur einer der umfangreichsten Nachlässe eines der bedeutendsten deutschen Prähistorikers des 20. Jahrhunderts, sondern stellt nach Abschluss des Projektes in seiner Verbindung von außerordentlich hoher Erschließungstiefe und der Möglichkeit vollständiger Online-Recherche einen der derzeit wohl am besten erschlossenen Nachlässe innerhalb des Faches Vor- und Frühgeschichte dar.

Das Heidelberger Projekt "Erschließung, Erhaltung und Bereitstellung des Nachlasses des Archäologen Ernst Wahle (1889-1981) im Bestand der Universitätsbibliothek Heidelberg" wurde von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg gefördert. Projektlaufzeit: 01.04.2010 - 31.03.2012