Korrespondenz mit Autoren und Herausgebern

Zustand vor der sachgerechten Verpackung

Dass verloren geglaubte Dokumente von Assyriologen und Orientalisten wie Ernst Walter Andrae, Gotthelf Bergsträsser, Bruno Güterbock und Richard Hartmann, von Ägyptologen wie Ludwig Borchardt, Adolf Erman, Hermann Grapow und Georg Steindorff sowie von Theologen und Religionswissenschaftlern wie Adolf von Harnack, Fritz Lieb, Carl Schmidt und Karl Ludwig Schmidt nicht nur buchstäblich, sondern ganz konkret vom Trödel gerettet werden konnten und nun im Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung stehen, kann ein Glücksfall genannt werden. Es handelt sich dabei überwiegend um Korrespondenz, die der Leipziger Verlag J. C. Hinrichs mit Autoren und Herausgebern wissenschaftlicher Publikationen und Fachzeitschriften führte. Der sieben laufende Meter (rd. 58.000 Blatt) umfassende Bestand spiegelt trotz der erheblichen Verluste an Archivgut aufgrund von Kriegszerstörungen die umfangreiche und fachlich weit gespannte Publikationstätigkeit des Verlages. Dabei ist die Überlieferung zu den einzelnen Autoren sehr unterschiedlich in Umfang und Laufzeit: Neben Einzelschriftstücken oder Korrespondenzen von nur wenigen Blatt stehen umfangreiche Korrespondenzen, die einen Zeitraum von zwanzig, dreißig oder gar fünfzig Jahren abdecken (wie im Falle von Albrecht Alt, dem langjährigen Vorsitzenden des Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas).

Inhalt

Der Inhalt der Korrespondenzen betrifft natürlich vor allem "Verlagsangelegenheiten": Behandelt werden die geplante oder in der Realisierung befindliche Drucklegung von Werken, Honorarfragen, redaktionelle Details, Fragen des Drucks und der Ausstattung. In der Korrespondenz mit Herausgebern geht es um die Suche nach geeigneten Wissenschaftlern für Besprechungen oder Miszellen oder um organisatorische oder finanzielle Angelegenheiten der Zeitschrift oder Reihe. Der Grad der Vertrautheit ist dabei sehr unterschiedlich und variiert zwischen ehrerbietig (wie im Falle der Schreiben des Verlags an Adolf von Harnack) und geradezu launig im Ton wie im Briefwechsel zwischen dem Verleger Gustav Rost und dem Ägyptologen Hermann Grapow. Abhängig vom Grad des persönlichen Kontaktes zwischen dem jeweiligen Verleger und den Autoren finden sich auch persönliche Bemerkungen in den Schreiben.

Der Verlag J. C. Hinrichs zeichnete sich durch eine gute Schriftgutverwaltung aus, so dass die Korrespondenzen nicht nur die eingehenden, sondern grundsätzlich auch Entwürfe oder Abschriften der ausgehenden Schreiben enthalten. Die eingehenden Schriftstücke wurden regelmäßig mit einem Eingangsstempel und einer Datierung versehen, so dass ihre chronologische Einordnung möglich ist.

Überlieferungsschwerpunkte

Mit jeweils über 500 Blatt besonders dicht ist die Überlieferung zu folgenden Autoren und Herausgebern: Gotthelf Bergsträsser, Otto Eissfeldt, Adolf von Harnack, Richard Hartmann, Erich Klostermann, Fritz Lieb, Gustav Mensching, Hermann Sauer, Hans Heinrich Schaeder, Alexander Scharff, Carl Schmidt, Karl Ludwig Schmidt, Georg Steindorff, Hugo Winckler und Walther Wolf.