Antikensammlung Universität Heidelberg – Objekte und Quellen digital
Die Antikensammlung des Instituts für Klassische Archäologie und Byzantinische Archäologie der Universität Heidelberg bietet einen breiten Überblick über die antiken Kulturen des Mittelmeerraums vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die römische Kaiserzeit. 1848 als archäologische Lehrsammlung gegründet, umfasst sie heute knapp 9.000 Originalobjekte, 1200 Gipsabgüsse und 14.000 Kleinabgüsse. Über 3000 Originalobjekte wurden bereits in der Objektdatenbank heidICON digital erschlossen und können über „Sammlung online“ recherchiert werden.
Der Großteil der Sammlungsobjekte wurde im Zeitraum zwischen 1880 und 1920 angeschafft. Das sog. Alte Inventar ist eine der wichtigsten Quellen zu den Erbwerbungen und Geschichte der Sammlung. Die darin enthaltenen Briefe und Objektlisten stammen überwiegend aus der Zeit Friedrich von Duhns als Lehrstuhlinhaber für Archäologie (1880-1920) und von verschiedenen Absendern. Darunter sind besonders prominent vertreten die ehemaligen Schüler Friedrich von Duhns Robert Zahn, Paul Hartwig und Rudolf Pagenstecher, die jeweils mehrere hundert Objekte für die Antikensammlung ihrer alma mater erwarben, dorthin schenkten oder vermitteln.
So überliefern die Dokumente des Alten Inventars Erwerbungszeiträume und Mittelsmänner um 1900 - wie und bei wem diese Mittelsmänner wiederum ihre Objekte erwarben, bleibt dabei jedoch unklar. Historische Etiketten und Tintenbeschriftungen auf den Objekten selbst machen vielfach eine Zuordnung zu den Erwerbungslisten möglich; zum Teil lassen auch die Objektbeschreibungen in den Dokumenten eine Identifizierung der Objekte zu. Wo dies der Fall ist, wurden entweder direkte Verlinkungen zu den Objektdaten in der Bilddatenbank heidICON hinterlegt oder, im Falle nicht digitalisierter Objekte, die Inventarnummern annotiert.
Das Alte Inventar wurde in einem mehrjährigen Projekt, betreut von Dr. Polly Lohmann, transkribiert und digital erschlossen. Beteiligt an der Transkription der Dokumente waren Anton Boxhammer, Rainer Eickhoff, Claus Hattler, Dustin Hoferichter, Eckhardt Kamm, Igor Kutlešovski, Beate Mitko, Agota Muzslai, Victoria Röh, Marie-Luise Schmohl, Mehtap Sünter und Henrike Wachsmuth. Die Aufbereitung der Daten der verknüpften Sammlungsobjekte auf heidICON und der digitalen Annotationen haben als studentische Hilfskräfte Paula Bemmann, Katharina Dobler, Melos Gasi, Anna Grosch, Silas Getto, Gregor Michalski, Rebekka Müller und Tabea Sommer umgesetzt.
Das gesamte Projekt wurde in zwei Förderphasen, zwischen 2021 und 2026, vom Field of Focus 3 der Universität Heidelberg gefördert.
Die Universitätsbibliothek Heidelberg ist für die Bereitstellung der digitalen Edition verantwortlich. Die Präsentation der digitalen Faksimile erfolgt über den Heidelberger Digitalisierungsworkflow DWORK durch die UB Heidelberg, die Editionsarbeit im TEI-XML-Format für die digitale Edition durch die Forschungsstelle HEDIT.

