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Call for Papers: Digital Minds or Digital Mines? Digitale Archäologie als Kritische Archäologie des Digitalen

Avatar of Stephanie Renger Stephanie Renger - 23. April 2026 - Call for papers

Session der AG TidA in Kooperation mit Propylaeum & NFDI4Objects auf der gemeinsamen Jahrestagung der Verbände für Altertumsforschung am 22. September 2026 in Bonn

Abstracts für einen Beitrag (Vortrag oder Poster) mit max. 200 Wörtern können bis zum 29.05.2026 an mrenger@uni-mainz.de und stephanie.renger@ub.uni-heidelberg.de gesendet werden.

Mittlerweile sind Schlagworte wie Digitalisierung, Digital Humanities/Science, Open Access, FAIRe Daten und nicht zuletzt KI im akademischen Diskurs keine Seltenheit mehr. Durch neue digitale Methoden und Instrumente wird die tägliche Arbeit und Routine gravierend und nachhaltig verändert. So haben nicht nur 3D-Modelle, VR oder auch MOOCs, converted classrooms und hybride/digitale Veranstaltungsformate umfassend Einzug in die Archäologien und Altertumswissenschaften gehalten. Auch Fragen des (Open/Big) Data-Managements oder KI-gestützter Text- und Bildgenerierung, -korrektur sowie -auswertung werden diskutiert und damit verbundene Tools entsprechend genutzt. Hierauf reagiert die Universitätslandschaft nicht zuletzt mit der Einrichtung neuer Professuren und Studiengänge, insbesondere in den Geistes- und Kulturwissenschaften, die sich dezidiert Digitalität, digitalen Methoden und deren kritischer Begleitung widmen. Mit den neuen digitalen Akteur*innen entstehen Möglichkeitsräume, die diverse Potenziale, zugleich aber auch merkliche Herausforderungen für die Forschung und Forschenden bereithält. Hinzu kommt, dass eine Theoretisierung der Einflüsse, Effekte und Konsequenzen einer solchen Digitalisierung bislang noch sehr gering ausfällt.

So sind nicht nur die epistemologischen und ontologischen Prämissen digitaler Tools und deren Hintergründe kritisch zu reflektieren, es steht auch zu hinterfragen, inwiefern sich dadurch die Relationen zum Forschungsobjekt selbst verschieben, auflösen und/oder neu formieren: Wie verändern digitale Tools und Digitalität nicht nur den Methodenapparat, sondern auch unsere Art zu denken (datenorientiertes Denken), Fragen zu stellen, Antworten zu validieren und damit letztlich die Archäologien? Gerade mit Blick auf die (Re)Konstruktion von Vergangenheiten als Entwürfe des Digitalen scheint deswegen eine theoretisch ausgerichtete, kritische Archäologie des Digitalen als Korrektiv und Reflexionsraum unumgänglich.

Der gesamte Call ist hier zu finden: https://www.agtida.de/news/cfp-digital-minds-or-digital-mines/ 

Organisation:
Martin Renger (AG TidA/Challenges, Mainz) &
Stephanie Renger (AG TidA/Propylaeum/NFDI4Objects, Heidelberg)

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